Wie viel Effizienz steckt im neuen SAP S/4 HANA Finance tatsächlich?

Autor: Devin Gharibian-Saki, Chief Solultion Officer, Redwood Software

“The best-run businesses run SAP” lautete ein Werbeslogan von SAP in den Neunzigern. Nicht ganz unberechtigt stellte SAP damals die Fähigkeit ihrer Software heraus, komplexe Unternehmensprozesse digital abzubilden und zeitgemäß zu organisieren.

Seitdem ist einiges passiert. SAP agiert nicht mehr ganz so konkurrenzlos auf dem Markt wie damals. Zugleich wurden die SAP-Produkte kontinuierlich weiterentwickelt, um den wachsenden Anforderungen der digitalisierten Wirtschaft gerecht zu werden. Erwähnenswert ist hier vor allem die Einführung der In-Memory-Datenbanktechnologie HANA.

An der grundsätzlichen Mission von SAP hat sich allerdings nicht sehr viel geändert. Aufgabe von SAP-Produkten ist es nach wie vor, als “Systems of Record” Unternehmensprozesse so gut wie möglich abzubilden. Für die Steigerung der Effizienz dieser Prozesse sind jedoch nach wie vor Unternehmen wie Redwood und Produkte wie Advanced Finance Automation verantwortlich.

Seit einiger Zeit ist das neue Release der SAP-Lösung fürs Finanzwesen auf dem Markt, SAP S/4 HANA Finance. Zu den wesentlichen Neuerungen gehört die In-Memory-Technologie, die erwartungsgemäß erhebliche Performance-Vorteile bietet. Außerdem wurden die bisher getrennten ERP-Module für Finanzwesen und Controlling vereint und damit eine einheitliche Datenbasis geschaffen.

Die dadurch entstandene „Single Source of Truth“ bringt einige Vorteile in Sachen Transparenz mit sich. Beispielsweise wird jede Buchung mit allen Attributen und Dimensionen nur einmal im Universal Journal gespeichert (Fat Ledger-Konzept). Das verringert deutlich den Abstimmungsbedarf und die bisher nötigen Zwischensummierungs- und Aggregationstabellen werden überflüssig.

Die einheitliche Datenbasis bildet auch die Grundlage für eine Reihe neuer Funktionalitäten. Im Finanzmanagement beispielsweise lassen sich Finanzprodukte besser abbilden, was auch ein besseres Risikomanagement zur Folge hat. Im Steuerwesen führt die erweiterte Steuerberechnung zu einer besseren Erfüllung von Compliance-Anforderungen. Und die Online-Verfügbarkeit der Daten macht Echtzeit-Analysen und aussagekräftigere Prognosen möglich.

Durch die vereinfachte Aggregation der transaktionalen Daten, die erweiterte Orchestrierung und das Closing Cockpit wird zudem ein kontinuierlicher Finanzabschluss (Continuous Close) unterstützt. Erwähnenswert ist auch die Smart Business-Modellierung, die dank ihrer vordefinierten Komponenten die Berichterstellung nach eigenen KPIs möglich macht.

All diese Features tragen dazu bei, dass die neue SAP-Lösung fürs Finanzwesen als System of Record besser als die Vorgängerversion abschneidet. Aufgrund der besseren Datenqualität und -konsistenz bietet sie eine erweiterte Funktionalität und fortschrittliche Analysefähigkeiten, was wiederum neue Möglichkeiten bei der Umsetzung fachlicher Anforderungen innerhalb von SAP eröffnet. Damit wird die Software mächtiger, doch ist sie auch effizienter?

Der Aufwand in den Kernprozessen der Haupt- und Nebenbuchhaltung sowie in der Kostenrechnung bleibt trotz der Neuerungen in etwa derselbe, weil die Prozesse nach wie vor manuell durchgeführt werden müssen. Darüber kann auch die neue, zeitgemäßere Benutzeroberfläche nicht hinwegtäuschen. Da die Zahl der Arbeitsschritte nahezu unverändert bleibt, hält sich der Effizienzgewinn im Vergleich zur Vorgängerversion deshalb in Grenzen.

Dasselbe gilt für die Ausschöpfung des vorhandenen Automatisierungspotenzials über den gesamten Finanzprozess. Zwar lassen sich einige Abläufe automatisieren, allerdings nur insofern sie innerhalb der SAP-Lösung stattfinden. Das Problem dabei: Typischerweise haben nur 20 Prozent der Arbeitsschritte in einem Finanzprozess einen SAP-Bezug. Die restlichen involvieren die Interaktion mit anderen Systemen oder beinhalten Datentransformationen, Datenabgleiche, Berechnungen oder Genehmigungen. Deshalb werden die Automatisierungsfähigkeiten der neuen Version von Experten als eher niedrig eingeschätzt.

Fazit

Die neue SAP S/4 HANA Finance-Lösung macht Finanzprozesse transparenter und sie bietet mehr Möglichkeiten, diese zu gestalten. Doch sie beschleunigt diese nicht wesentlich. Vor allem befreit sie die Mitarbeiter nicht in größerem Umfang von manuellen Tätigkeiten. Letzteres wäre aber notwendig, um sie produktiver zu machen. Hierfür ist nach wie vor eine zusätzliche Automationslösung nötig, die anwendungsübergreifend arbeitet und alle Prozessschritte orchestriert und automatisiert, die digital statt manuell abgebildet werden können.

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